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US-Wahl 2028: Diese Demokraten bringen sich jetzt schon in Stellung

May 20, 2026  Twila Rosenbaum  7 views
US-Wahl 2028: Diese Demokraten bringen sich jetzt schon in Stellung

Die US-Präsidentschaftswahl 2028 rückt langsam in den Fokus, obwohl noch über drei Jahre bis zur Abstimmung vergehen. Da Amtsinhaber Donald Trump nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten darf, müssen die Republikaner einen neuen Kandidaten aufstellen. Als Favoriten gelten Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio. Auf Seiten der Demokraten zeichnet sich noch kein klarer Favorit ab – das parteiinterne Rennen um die Kandidatur wird voraussichtlich nach den Zwischenwahlen im November 2026 richtig Fahrt aufnehmen. Dennoch bringen sich bereits jetzt einige prominente Demokraten in Stellung und loten ihre Chancen aus.

Die Demokratische Partei steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung: Soll sie auf altbekannte Gesichter setzen oder neuen, jüngeren Kräften eine Chance geben? Die Antwort auf diese Frage wird nicht nur die Wahl 2028 prägen, sondern auch die Zukunft der Partei insgesamt. Im Folgenden werden die vielversprechendsten Kandidaten vorgestellt, die derzeit im Gespräch sind.

Die aussichtsreichsten Kandidaten

Kamala Harris – die ehemalige Kandidatin

Die ehemalige Vizepräsidentin (61) gehört zu den bekanntesten Gesichtern der Demokraten. Bei der Wahl 2024 unterlag sie Donald Trump, nachdem sie erst spät für Joe Biden als Spitzenkandidatin eingesprungen war. Seitdem hat sie immer wieder durchblicken lassen, dass sie einen erneuten Anlauf erwägt. „Vielleicht, vielleicht. Ich denke darüber nach“, erklärte sie kürzlich. Es wäre ihr dritter Versuch, ins Weiße Haus zu kommen – bereits 2020 war sie bei den Vorwahlen gescheitert. Harris‘ Stärke liegt in ihrer Bekanntheit und ihrer Erfahrung als Senatorin und Vizepräsidentin, doch ihre schwache Performance 2024 und interne Kritik an ihrer Kampagnenführung werfen Fragen auf. Zudem gilt sie als polarisierend: Während sie bei progressiven Wählern beliebt ist, könnte sie bei gemäßigten und unabhängigen Wählern schwerer punkten.

Andy Beshear

Der 48-jährige Gouverneur von Kentucky hat sich in einem traditionell republikanischen Bundesstaat behauptet und ist bereits in seiner zweiten Amtszeit. Trotz Trumps Erdrutschsieg in Kentucky 2024 (mit über 30 Prozentpunkten Vorsprung vor Harris) konnte Beshear landesweit hohe Zustimmungswerte halten. Seit 2025 ist er Vorsitzender der Democratic Governors Association, was ihm eine nationale Plattform bietet. Auf eine mögliche Präsidentschaftskandidatur angesprochen, sagte er, bei dem Gedanken fühle er sich wohl. Beshear gilt als gemäßigter Demokrat, der die Wirtschaft in den Mittelpunkt stellt – ein Profil, das in Swing States gut ankommen könnte. Seine größte Herausforderung: Er ist außerhalb Kentuckys noch wenig bekannt, was einen massiven Bekanntheitsaufbau erfordert.

Gavin Newsom

Der kalifornische Gouverneur (58) wird seit Jahren als potenzieller Präsidentschaftskandidat gehandelt. Da er im Herbst 2026 nach zwei Amtszeiten nicht erneut für das Gouverneursamt kandidieren kann, stünde er für höhere Aufgaben zur Verfügung. Newsom gehört zu den schärfsten Kritikern Trumps – so profilierte er sich im Februar 2027 auf der Münchner Sicherheitskonferenz mit einer flammenden Rede gegen den US-Präsidenten. Er hat angekündigt, sich nach den Zwischenwahlen ernsthaft mit der Frage einer Kandidatur zu befassen. Newsom ist charismatisch und medienerfahren, allerdings gilt Kalifornien als liberale Hochburg, was ihn bei konservativeren Wählern angreifbar machen könnte. Zudem wird ihm oft vorgeworfen, zu sehr auf nationale Themen zu fokussieren und weniger auf die Probleme der Mittelschicht.

J.B. Pritzker

Der Multimilliardär und Gouverneur von Illinois (61) hat noch nicht offiziell erklärt, ob er 2028 antreten will. Er konzentriere sich zunächst auf seine Wiederwahl im Herbst 2026, schloss aber nicht aus, später für die Präsidentschaft zu kandidieren. Landesweit fiel er zuletzt mit harscher Kritik an Trumps Einwanderungspolitik auf. Pritzker, Erbe des Hyatt-Imperiums, ist einer der reichsten Politiker der USA – das macht ihn unabhängiger von Wahlkampfspenden, könnte aber auch als Nachteil ausgelegt werden, weil viele Wähler ihm mangelnden Bezug zu ihren wirtschaftlichen Sorgen vorwerfen. Seine Stärke liegt in seiner Durchsetzungsfähigkeit und seiner Fähigkeit, auch in einem republikanisch geprägten Umfeld zu regieren.

Josh Shapiro

Der Gouverneur von Pennsylvania (52) regiert einen der wichtigsten Swing States. 2024 gewann dort Trump, was jedoch nichts an Shapiros hoher Beliebtheit änderte. Im Herbst strebt er seine Wiederwahl an. Danach will er „Teil der Debatte“ sein, wohin die USA steuern. Shapiro ist jüdischen Glaubens und gilt als pro-israelischer Demokrat – eine Haltung, die in der Partei zunehmend kritisch gesehen wird, da der linke Flügel eine stärkere Distanzierung von Israels Politik in Gaza und dem Iran fordert. Shapiro punktet mit Erfolgen in der Bildungspolitik und Wirtschaftsförderung, doch seine Positionen könnten bei den progressiven Basiswählern auf Widerstand stoßen.

Weitere Gouverneure wie Wes Moore (Maryland) und Gretchen Whitmer (Michigan) werden immer wieder genannt, haben aber eine Kandidatur ausgeschlossen bzw. heruntergespielt.

Mark Kelly

Der ehemalige Astronaut und Marinepilot (62) vertritt als Senator den Swing State Arizona. Er hat nicht ausgeschlossen, sich um die Nominierung zu bewerben. Kelly gilt als moderater Demokrat mit überparteilicher Anziehungskraft und kommt bei Wahlspendern gut an. Seine Biografie – von der Navy bis zur NASA – verleiht ihm Glaubwürdigkeit in Sicherheitsfragen. Allerdings könnte sein eher konservativer Kurs innerhalb der Demokraten auf Skepsis des progressiven Flügels stoßen, der sich mehr linke Positionen wünscht.

Alexandria Ocasio-Cortez

Die Kongressabgeordnete aus New York (36) ist die bekannteste Vertreterin des linken Parteiflügels. Als demokratische Sozialistin und enge Mitstreiterin von Bernie Sanders begeistert sie mit ihrem Einsatz für soziale Gerechtigkeit große Menschenmengen. Ihre Auftritte in den Medien – unter ihren Initialen „AOC“ – sind regelmäßig ausverkauft. Eine Präsidentschaftskandidatur hat sie nicht ausgeschlossen. „Mein Ziel ist es, dieses Land zu verändern“, erklärte sie. Allerdings wird in der Partei bezweifelt, ob sie mit ihrer linksgerichteten Agenda eine Mehrheit der Amerikaner überzeugen kann. Ihr Potenzial liegt in der Mobilisierung junger und progressiver Wähler, doch die Frage nach ihrer Wählbarkeit bleibt offen.

Die Liste der möglichen Kandidaten zeigt die Bandbreite der Demokratischen Partei: von der erfahrenen ehemaligen Vizepräsidentin über gemäßigte Gouverneure bis hin zur linken Überfliegerin. Die Entscheidung wird maßgeblich von den Zwischenwahlen 2026 beeinflusst werden, bei denen sowohl die wirtschaftliche Lage als auch die Außenpolitik eine Rolle spielen. Die Republikaner haben unterdessen mit JD Vance und Marco Rubio eigene starke Anwärter, die sich bereits in Stellung bringen. Die Wahl 2028 verspricht, spannend zu werden – und der demokratische Nominierungsprozess wird einer der interessantesten seit Jahren sein.


Source: Wiwo News


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