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Phänomen Rosalía: Vom "Berghain" bis zum Olymp mit Album "Lux"

May 31, 2026  Twila Rosenbaum  5 views
Phänomen Rosalía: Vom "Berghain" bis zum Olymp mit Album "Lux"

Die 33-jährige spanische Sängerin Rosalía ist derzeit mit ihrem aktuellen Album Lux auf Tour und hat bereits zwei ausverkaufte Konzerte in Deutschland gegeben – in der Berliner Uber Arena und der Kölner Lanxess Arena. Ihr Hit „Berghain“ sorgt für Aufsehen, denn er vereint barocke Streicher des London Symphony Orchestra mit einem Chor und den Stimmen von Björk und Yves Tumor. Das Stück erinnert an Vivaldis „Winter“ aus den Vier Jahreszeiten und zeigt Rosalías Mut zu einem radikalen Stilmix aus avantgardistischem Pop und klassischen Elementen.

Drei Jahre Arbeit an einem Genre-brekchenden Album

Rosalía hat drei Jahre an Lux gearbeitet und betont, dass dieses Projekt völlig anders sei als alles, was sie zuvor gemacht habe. „Ich bin wirklich ins kalte Wasser gesprungen“, sagte sie im Popcast der New York Times. Das Album ist sakral angelegt: Es geht um das Göttlich-Weibliche, den Glauben und die Grausamkeiten der Liebe. Im Musikvideo zu „Berghain“ hängt die Sängerin am EKG und lässt ihr gebrochenes Herz behandeln – mehr Drama geht kaum. Der Chefdramaturg des Staatstheaters Kassel, Kornelius Paede, lobt das virtuose Spiel mit Bezügen aus der Popkultur und großen, emotionalen musikalischen Formen, die im Pop selten seien.

Mehrsprachigkeit und universelle Klänge

Ein besonderes Merkmal von Lux ist Rosalías Gesang in 13 verschiedenen Sprachen, darunter Spanisch, Englisch, Deutsch, Ukrainisch und Italienisch. Sie wechselt intuitiv zwischen den Sprachen, ohne dass es störend wirkt, und schafft so eine universelle musikalische Ansprache, die auch ohne Verständnis der Texte berührt. Die Sprachwissenschaftlerin und Kuratorin Daria Challah von der Hamburger Elbphilharmonie ist überzeugt, dass dieser Sound der klassischen Musik neuen Auftrieb geben wird.

Rosalías künstlerische Entwicklung

Seit fast einem Jahrzehnt ist es Rosalías Markenzeichen, Regeln zu brechen und frischen Wind in den Mainstream-Pop zu bringen. Ihre Karriere begann mit dem Flamenco-Album Los Ángeles (2017), gefolgt von El Mal Querer (2018), das Latin-Pop mit R&B und Reggaeton verband. Mit Motomami (2022) experimentierte sie mit Glitch, Elektronik und Autotune – jedes Album klang anders. Lux setzt diesen Weg fort und integriert nun auch Orchesterarrangements. Rosalía selbst sagt: „Alles ist in Bewegung, ich verändere mich ständig. Warum sollte sich mein Sound nicht mit mir verändern?“

Die Berghain-Hymne als kulturelle Brücke

Der Song „Berghain“ ist nicht nur eine Hommage an den legendären Berliner Club, sondern auch ein Statement für die Verschmelzung von Pop und Hochkultur. Mit fiesen Hip-Hop-Basslines und orchestralem Brimborium klingt das Album opulent, aber manche Kritiker wünschen sich etwas mehr Zurückhaltung. Dennoch ist die Massentauglichkeit offensichtlich: Die Konzerte sind euphorisch gefeierte Spektakel, bei denen Rave-Arien, Ballett und Techno aufeinandertreffen. Fans bezeichnen die Shows als „bestes Konzert ihres Lebens“.

Einfluss auf die Musiklandschaft

Rosalía bewegt sich auf den Spuren von Beyoncé, die mit Cowboy Carter die Country-Musik eroberte. Lux könnte ähnliche Brücken zwischen Pop- und klassischer Musik schlagen. Die Dirigentin Yudania Gómez Heredia, die auf der Tour für die orchestralen Teile verantwortlich ist, stiehlt der Sängerin fast die Show. Rosalía selbst sieht ihre Musik als ständige Weiterentwicklung: „Es macht keinen Sinn, bei dem zu bleiben, was ich vorher gemacht habe.“

Schon jetzt ist abzusehen, dass Lux nicht nur Popcharts erobert, sondern auch klassische Konzerthäuser erreicht. Rosalía gehört zu den Musikstars, die Brücken zwischen den Genres bauen – und damit die Zukunft der Musik mitgestalten.


Source: ndr.de News


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