Es ist ein Moment, der in die Fußballgeschichte eingehen wird: Paul Pogba, der 32-jährige französische Weltmeister, hat am Samstag einen Zweijahresvertrag beim Ligue-1-Klub AS Monaco unterschrieben. Das Besondere: Beim Unterzeichnen des Vertrags brach Pogba in Tränen aus. Ein Video, das der Verein auf seinen Social-Media-Kanälen veröffentlichte, zeigt den emotionalen Ausbruch des Mittelfeldspielers, nachdem er seine Unterschrift gesetzt hatte. Ein Verantwortlicher von Monaco tröstet ihn mit den Worten: „Nimm dir Zeit, wir danken dir. Es ist ein spezieller Moment für dich und auch für uns. Du bist am richtigen Ort, jetzt schauen wir nach vorne.“ Pogba bedankt sich herzlich und sagt: „Danke für das Vertrauen.“
Die lange Durststrecke: 18 Monate ohne Fußball
Der Transfer zu Monaco ist für Pogba weit mehr als ein einfacher Vereinswechsel. Es ist die Rückkehr in den Profifußball nach einer 18-monatigen Dopingsperre, die im September 2023 begann, als er nach dem Saisonauftakt von Juventus Turin gegen Udinese positiv auf die Substanz DHEA getestet wurde. DHEA ist ein Hormon, das die Testosteronproduktion steigern kann und auf der Dopingliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) steht. Ursprünglich wurde Pogba für vier Jahre gesperrt, nach einem Einspruch reduzierte die WADA die Sperre jedoch auf 18 Monate. Die Sperre endete offiziell im März 2024, doch Pogba fand lange keinen neuen Klub. Viele Vereine zögerten aufgrund seines Alters, der langen Spielpause und der Kontroversen um seine Person.
Eine Karriere voller Höhen und Tiefen
Paul Pogba, geboren am 15. März 1993 in Lagny-sur-Marne, begann seine Karriere in der Jugend von Le Havre, bevor er 2009 zu Manchester United wechselte. Schon früh galt er als eines der größten Talente im Weltfußball. 2012 wechselte er ablösefrei zu Juventus Turin, wo er zu einem Weltklasse-Mittelfeldspieler reifte. Mit den Italienern gewann er viermal die Serie A, zweimal die Coppa Italia und erreichte 2015 das Champions-League-Finale. 2016 kehrte er für eine damalige Weltrekordablöse von 105 Millionen Euro zu Manchester United zurück. Dort gewann er die Europa League und den League Cup, blieb aber hinter den Erwartungen zurück. 2022 wechselte er abermals ablösefrei zu Juventus, doch eine schwere Knieverletzung und die Dopingsperre verhinderten eine erfolgreiche Rückkehr.
Pogbas größter Erfolg war der Gewinn der Weltmeisterschaft 2018 mit Frankreich. Im Finale gegen Kroatien erzielte er ein Tor und war einer der Schlüsselspieler. Sein Talent, seine Technik und seine Torgefahr aus dem Mittelfeld machten ihn zu einem der gefragtesten Spieler seiner Generation. Doch sein Charakter und sein Extravaganter Lebensstil brachten ihm immer wieder Kritik ein. Viele warfen ihm vor, sein Potenzial nicht voll ausgeschöpft zu haben.
Monaco: Der ideale Ort für den Neustart
AS Monaco, der Klub aus dem Fürstentum, ist bekannt dafür, Spieler in schwierigen Phasen eine zweite Chance zu geben. Der Verein hat eine lange Tradition darin, Talente und etablierte Stars zu fördern und ihnen eine Bühne für die Rückkehr zu bieten. Trainer Adi Hütter, der selbst schon mit Ex-YB-Coach Erfahrungen hat, zeigte sich in den vergangenen Wochen überzeugt von Pogbas Fähigkeiten. „Pogba ist ein bescheidener Typ. Er hat in den Gesprächen einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Ich bin überzeugt, dass er uns sportlich weiterhelfen wird,“ so Hütter in einem Interview. Der Vertrag läuft über zwei Jahre, mit Option auf eine weitere Saison. Pogba wird das Trikot mit der Nummer 7 tragen, die früher schon bei Größen wie Sonny Anderson oder Radamel Falcao berühmt wurde.
Die Bedeutung für Monaco und die Ligue 1
Die Verpflichtung von Paul Pogba ist für die Ligue 1 ein echtes Highlight. Die französische Liga hat in den letzten Jahren an Strahlkraft verloren, aber mit Spielern wie Pogba gewinnt sie wieder an internationaler Aufmerksamkeit. Monaco, das in der vergangenen Saison um die Champions-League-Plätze kämpfte, erhofft sich von Pogba Kreativität, Erfahrung und vor allem Torgefahr aus dem Mittelfeld. Der Klub hat in den letzten Jahren viele junge Spieler hervorgebracht, aber die Rückkehr eines Routiniers wie Pogba könnte den entscheidenden Unterschied ausmachen. Auch für die französische Nationalmannschaft ist der Wechsel wichtig. Trainer Didier Deschamps beobachtet die Entwicklung genau. Sollte Pogba an seine alte Form anknüpfen, könnte er sogar noch für die WM 2026 eine Rolle spielen.
Reaktionen aus der Fußballwelt
Die Nachricht von Pogbas Wechsel zu Monaco verbreitete sich in den sozialen Medien rasend schnell. Ehemalige Teamkollegen wie Karim Benzema und Kylian Mbappé gratulierten ihm öffentlich. „Willkommen zurück, Bruder. Du hast es verdient“, schrieb Mbappé auf Instagram. Kritische Stimmen waren jedoch ebenfalls zu hören. Einige Fans und Journalisten hinterfragten, ob Pogba nach der langen Pause noch das Niveau für die Ligue 1 habe. Seine Doping-Vergangenheit bleibt ein Makel, den viele nicht vergessen haben. Dennoch überwiegt bei den meisten die Freude über sein Comeback. Die Bilder von Pogba, wie er vor Glück weint, gingen um die Welt und zeigten die menschliche Seite des Fußballs.
Was erwartet Pogba in Monaco?
Die Vorbereitung auf die neue Saison beginnt in wenigen Wochen. Pogba wird sich zunächst konditionell und spielerisch wieder aufbauen müssen. Sein letztes Pflichtspiel absolvierte er am 3. September 2023 für Juventus gegen den FC Empoli, in dem er nur wenige Minuten spielte. Trainer Hütter plant, Pogba langsam heranzuführen. „Wir werden ihm die Zeit geben, die er braucht. Sein Talent ist unbestritten, aber es braucht Geduld,“ so Hütter. In Monaco trifft Pogba auf ein Team mit vielen jungen Talenten wie Maghnes Akliouche, Takumi Minamino und Eliesse Ben Seghir. Die Mischung aus Erfahrung und Jugend könnte der Mannschaft neuen Schwung verleihen. Ziel ist die Rückkehr in die europäischen Wettbewerbe und vielleicht sogar der Kampf um den Meistertitel, der zuletzt 2017 gewonnen wurde.
Die finanziellen Details des Vertrags wurden nicht veröffentlicht, doch Medienberichten zufolge verzichtet Pogba auf einen Großteil seines bisherigen Spitzengehalts. Bei Juventus verdiente er rund 8 Millionen Euro netto pro Jahr, bei Monaco soll sein Gehalt leistungsbezogen sein und bei etwa 3 bis 4 Millionen Euro liegen. Für Pogba geht es in Monaco nicht primär um Geld, sondern um die Rückkehr zu seiner Leidenschaft – dem Fußball.
Historische Parallelen und Vorfreude
In der Geschichte des Fußballs gab es immer wieder Comebacks von Spielern, die nach langen Sperren oder Verletzungen zurückkehrten. Beispiele wie Diego Maradona, der nach 15 Monaten Dopingsperre 1991 zu Sevilla wechselte, oder Frank Lampard, der nach einer längeren Verletzungspause noch einmal aufblühte, zeigen, dass zweite Chancen oft genutzt werden. Pogba hat die Möglichkeit, dieses Kapitel zu einem positiven Ende zu schreiben. Die Vorfreude bei den Monaco-Fans ist riesig. Bereits am Tag der Verkündung waren die ersten Trikots mit seinem Namen ausverkauft. Die Ligue 1 kann sich auf eine Saison freuen, in der ein Star der Extraklasse das Spielfeld betritt – und das mit einer emotionalen Geschichte, die ihresgleichen sucht.
Die Mannschaft von Monaco hat bereits mit dem Training begonnen, Pogba wird in den nächsten Tagen dazustoßen. Sein erstes Spiel könnte ein Testspiel gegen einen Zweitligisten sein, um Spielpraxis zu sammeln. Die offizielle Vorstellung vor den Fans ist für Anfang Juli geplant. Dort wird Pogba sicherlich erneut zu Tränen gerührt sein – ein Symbol für den Neuanfang nach den schwierigsten Jahren seiner Karriere.
Source: Nau News