Mit Marvels neuestem Special wird Jon Bernthals Punisher in den Fokus gerückt. Der Film mit dem Titel „The Punisher: One Last Kill“ ist zwar nur 48 Minuten lang, aber die Fans freuen sich endlich, mehr über Frank Castle zu erfahren. Und das schlägt sich auch in der Bewertung nieder: Der Film kommt nicht nur beim Publikum gut an, sondern auch bei den Kritikerinnen. Da ist es fast nicht verwunderlich, dass der neueste Marvel-Film einen richtig alten Rekord bricht. Direkt nach dem Start bringt es „One Last Kill“ bei Rotten Tomatoes auf eine Kritikerinnen-Bewertung von 84 %.
Dadurch mausert sich der Streifen zur am besten bewerteten „The Punisher“-Adaption auf Rotten Tomatoes. Somit übertrifft „One Last Kill“ nicht nur die Netflix-Serie, sondern auch die Realfilme aus den frühen 2000er-Jahren. Das Publikum geht in Sachen Bewertung sogar noch einen großen Schritt weiter: Die Zuschauerinnen geben dem Soloprojekt des Punishers eine hervorragende Wertung von 94 %. Dieser Wert ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass der Punisher seit seinem ersten Auftritt in den Comics 1974 immer eine kontroverse Figur war – ein Vigilant, der mit brutalen Methoden Verbrecher jagt und oft moralisch ambivalent dargestellt wird.
Die Geschichte des Punishers auf der Leinwand
Frank Castle, bekannt als der Punisher, hat eine lange und wechselhafte Geschichte auf der Leinwand. Bereits 1989 spielte Dolph Lundgren die Rolle in einem Direct-to-Video-Film, der jedoch wenig Beachtung fand. 2004 folgte eine Kinoverfilmung mit Thomas Jane, die gemischte Kritiken erhielt. Ein zweiter Film mit Ray Stevenson aus dem Jahr 2008 war ein weiterer Versuch, den Charakter zu etablieren, scheiterte jedoch an der Kinokasse. Erst die Serie auf Netflix ab 2017, in der Jon Bernthal den Punisher verkörperte, brachte dem Charakter endlich den Erfolg, den er verdiente. Bernthals Darstellung wurde für ihre rohe Intensität und emotionale Tiefe gelobt. Die Serie lief zwei Staffeln, bevor sie 2019 eingestellt wurde – Teil der damaligen Umstrukturierung von Marvels Fernsehprogramm nach der Übernahme durch Disney.
Doch die Fans blieben dem Punisher treu. Als Marvel Studios begann, die Netflix-Charaktere in das offizielle MCU zu integrieren, war die Freude groß. Gastauftritte in „Daredevil: Born Again“ und nun ein eigenes Special beweisen, dass Frank Castle auch im größeren Zusammenhang eine wichtige Rolle spielt. „The Punisher: One Last Kill“ ist daher nicht nur ein nostalgischer Rückblick, sondern auch ein Neuanfang für den Charakter im MCU.
Die Handlung von „One Last Kill“
Der Film zeigt Frank Castle in seiner tiefsten Krise. Regisseur und Co-Autor Reinaldo Marcus Green betonte gegenüber Screenrant: „Ich hatte das Gefühl, wir mussten unbedingt sehen, wie Franks Tiefpunkt aussieht, und ich denke, das wird man in diesem Film sehen.“ Der Punisher ist nicht mehr der unaufhaltsame Rächer, sondern ein gebrochener Mann, der mit den Konsequenzen seiner Taten kämpft. Die Handlung dreht sich um einen letzten Auftrag, der ihn zwingt, sich seiner Vergangenheit zu stellen. Dabei wird er mit moralischen Dilemmata konfrontiert, die das Publikum zum Nachdenken anregen. Die Regie von Green, der zuvor mit Filmen wie „King Richard“ für Aufsehen sorgte, verleiht dem Special eine ungewohnt intime und psychologische Note. Green ist bekannt für seine Fähigkeit, komplexe Charakterstudien zu inszenieren, und diese Stärke kommt dem Punisher zugute.
Die Actionszenen sind trotz der kurzen Laufzeit spektakulär inszeniert. Jon Bernthal bringt seine gesamte körperliche Präsenz in die Rolle ein. Die Kämpfe sind brutal, aber nie selbstzweckhaft – sie dienen dazu, Franks inneren Konflikt zu verdeutlichen. Der Film verzichtet bewusst auf übermäßiges Worldbuilding und konzentriert sich ganz auf die Figur. Das ist ein mutiger Schritt für ein Marvel-Projekt, der sich jedoch auszahlt: Die 48 Minuten fühlen sich wie ein verdichtetes Kinoerlebnis an, das keine Sekunde langweilt.
Der Rekord auf Rotten Tomatoes
Mit einer Kritikerwertung von 84 % und einer Publikumswertung von 94 % ist „The Punisher: One Last Kill“ die am besten bewertete Punisher-Adaption aller Zeiten auf Rotten Tomatoes. Zum Vergleich: Die Netflix-Serie erreichte in der ersten Staffel eine Kritikerwertung von 66 % und eine Publikumswertung von 91 %. Die Filme mit Thomas Jane und Ray Stevenson lagen bei 29 % beziehungsweise 27 % bei den Kritikern. Dieser Rekord zeigt, dass das Marvel-Studio verstanden hat, was die Fans an dem Charakter schätzen: eine düstere, realistische Darstellung ohne viel Marvel-typischen Humor. Der Punisher funktioniert am besten, wenn er ernst genommen wird, und das gelingt „One Last Kill“ hervorragend.
Ein weiterer Grund für den Erfolg ist die enge Zusammenarbeit mit Jon Bernthal, der nicht nur als Schauspieler, sondern auch als kreativer Berater fungierte. Bernthal war maßgeblich an der Entwicklung der Geschichte beteiligt und sorgte dafür, dass Frank Castle so authentisch wie möglich dargestellt wird. Der Schauspieler, der 1976 geboren wurde und durch Serien wie „The Walking Dead“ bekannt wurde, hat eine unverwechselbare Präsenz. Seine Interpretation des Punishers gilt als eine der besten Comic-Adaptionen überhaupt.
Die Zukunft des Punishers im MCU
Wer den Punisher schon jetzt vermisst, muss sich nicht allzu lang gedulden. Denn gemeinsam mit Tom Hollands Peter Parker kehrt Jon Bernthals Frank ab dem 31. Juli mit „Spider-Man: Brand New Day“ zurück auf die große Leinwand. Dieses Comeback deutet darauf hin, dass der Punisher eine größere Rolle im MCU spielen wird. Fans spekulieren bereits über mögliche Crossovers mit anderen Straßenhelden wie Daredevil oder Luke Cage. Die Integration des Punishers in das Spider-Man-Universum ist besonders interessant, weil die beiden Charaktere gegensätzlicher kaum sein könnten: hier der optimistische, verantwortungsbewusste Spider-Man, dort der zynische, gewalttätige Punisher. Die Dynamik zwischen ihnen könnte für spannende Handlungsstränge sorgen.
Darüber hinaus steht die nächste TV-Veröffentlichung im MCU schon in den Startlöchern. Die Serie „VisionQuest“ wurde für den 14. Oktober 2026 bestätigt. Diese Serie wird sich mit dem synthetischen Androiden Vision befassen, der seit seiner Wiederbelebung in „WandaVision“ neue Rätsel aufgibt. Die dritte Staffel von „Daredevil: Born Again“ wird 2027 auf Disney+ mit neuen Folgen zurückkehren. Es ist durchaus möglich, dass der Punisher auch dort einen Gastauftritt hat, schließlich sind die beiden Charaktere eng miteinander verbunden. In den Comics kämpften sie mehrfach Seite an Seite oder gegeneinander.
Hintergrund zu den Dreharbeiten
Interessant ist auch die Entstehungsgeschichte von „The Punisher: One Last Kill“. Ursprünglich war das Projekt als Kurzserie geplant, doch Marvel Studios entschied sich für ein Special, um die Geschichte kompakt zu erzählen. Die Dreharbeiten fanden unter strenger Geheimhaltung in New York und Atlanta statt. Reinaldo Marcus Green brachte seinen gesamten Erfahrungsschatz aus preisgekrönten Filmen wie „Monsters and Men“ und „King Richard“ ein. Er betonte, dass ihm vor allem daran lag, den Punisher als einen verletzlichen Helden darzustellen, der trotz seiner Brutalität Mitgefühl verdient. Diese Ambivalenz macht den Charakter so faszinierend.
Die Musik des Specials stammt von Benjamin Wallfisch, der bereits für „Shazam!“ und „Blade Runner 2049“ gearbeitet hat. Der Soundtrack unterstreicht die düstere Atmosphäre und verstärkt die emotionalen Momente. Besonders die ruhigen Szenen zwischen den Actionszenen profitieren von der musikalischen Untermalung. Auch die Kameraarbeit von Michael Seresin, der für seine Arbeit an „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ bekannt ist, trägt zur filmischen Qualität bei. Die Bilder sind dreckig, realistisch und erinnern an Klassiker des Vigilantenfilms wie „Taxi Driver“ oder „Death Wish“.
Reaktionen der Fans in den sozialen Medien
In den sozialen Medien überschlagen sich die Fans mit Lob. Viele bezeichnen „One Last Kill“ als das Beste, was Marvel seit Jahren hervorgebracht hat. Besonders hervorgehoben wird die zurückhaltende Erzählweise, die sich von den üblichen Marvel-Filmen abhebt. Ein Fan schrieb auf Twitter: „Endlich ein Marvel-Projekt, das erwachsen wird. Keine Witze, keine quietschbunten Kostüme, nur reine, ungeschönte Charakterarbeit.“ Andere wünschen sich eine Fortsetzung in Spielfilmlänge. Die hohe Bewertung auf Rotten Tomatoes spiegelt diesen Enthusiasmus wider. Es bleibt abzuwarten, ob der Rekord in Zukunft von anderen Punisher-Projekten gebrochen werden kann – vorerst gehört die Krone aber eindeutig Jon Bernthal.
Abschließend lässt sich sagen: „The Punisher: One Last Kill“ ist ein Mutprobe für Marvel, die sich gelohnt hat. Der Film beweist, dass auch kurze Formate große Wirkung entfalten können, wenn sie mit Leidenschaft und Respekt für die Vorlage gemacht sind. Der Punisher hat seinen Platz im MCU gefunden, und wir werden in den kommenden Jahren noch viel von Frank Castle hören.
Source: KINO News