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Vorbörse: SMI fester erwartet

May 22, 2026  Twila Rosenbaum  5 views
Vorbörse: SMI fester erwartet

Der Swiss Market Index (SMI) wird am Freitag nach Berechnungen von Banken und Brokern fester in den Handel starten. Damit setzt der Schweizer Leitindex seine jüngste Erholung fort, nachdem er in der vergangenen Woche noch unter dem Druck geopolitischer Risiken gelitten hatte. Der vorbörsliche Handel signalisiert ein Plus von rund 0,3 bis 0,5 Prozent, womit der SMI die Marke von 13.300 Punkten zurückerobern könnte.

Im Fokus der Anleger steht weiterhin die Lage im Nahen Osten. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie die Zukunft der Waffenruhe bestimmen die Stimmung an den globalen Finanzmärkten. Nachdem US-Präsident Donald Trump zuletzt eine Verlängerung der Feuerpause als unwahrscheinlich bezeichnet hatte, wächst die Unsicherheit. Gleichzeitig mehren sich die Zeichen, dass diplomatische Gespräche in Islamabad fortgesetzt werden könnten. Der iranische Außenminister schloss eine neue Verhandlungsrunde zwar nicht explizit aus, machte aber gleichzeitig deutlich, dass man sich nicht unter Druck setzen lasse.

Devisenmärkte: Euro und Dollar stabil

Am Devisenmarkt zeigten sich die wichtigsten Währungspaare am Morgen wenig bewegt. Der Euro notierte bei 0,9135 Franken, der Dollar bei 0,7865 Franken. Händler verwiesen auf die abwartende Haltung der Marktteilnehmer angesichts der unklaren geopolitischen Entwicklung. Das Dollar-Franken-Paar pendelte um 0,7786, während das Euro-Franken-Paar bei rund 0,9173 verharrte. Analysten erwarten im Tagesverlauf Impulse durch die Veröffentlichung der US-Einzelhandelsumsätze sowie der ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland. In der Schweiz stehen zudem die Außenhandelsdaten und die Geldmenge M3 der SNB im Fokus.

Rohstoffmärkte: Ölpreis gibt etwas nach

Die Ölpreise zeigten sich am Freitagmorgen leicht nachgebend. Ein Barrel der Sorte Brent kostete zuletzt 94,40 Dollar, nachdem der Preis in der Nacht zwischenzeitlich auf über 97 Dollar gestiegen war. Die Entspannung an den Energiemärkten ist jedoch fragil. Sollte es zu keiner Verlängerung der Waffenruhe kommen, droht eine erneute Eskalation, die die Ölpreise in die Höhe treiben könnte. Die Wiedereröffnung der Straße von Hormus, die am Freitag kurzzeitig vom Iran signalisiert wurde, blieb ohne nachhaltige Wirkung. US-Präsident Trump bekräftigte, dass die Blockade bestehen bleibe, bis eine endgültige Einigung erzielt sei.

Berichtssaison: Fokus auf Unternehmensgewinne

Neben der Geopolitik rückt in den kommenden Tagen die Berichtssaison für das erste Quartal verstärkt in den Mittelpunkt. In der Schweiz legen mehrere Schwergewichte wie ABB, Nestlé, Roche und Holcim Quartalszahlen vor. Insbesondere von den zukunftsgerichteten Aussagen erhoffen sich die Anleger Hinweise zum konjunkturellen Umfeld. Erste positive Signale kamen bereits aus den USA: UnitedHealth und 3M übertrafen die Erwartungen, wenngleich die Reaktionen an der Börse gemischt ausfielen. Auch der Technologiesektor bleibt im Fokus, nachdem Amazon bekannt gab, weitere Milliarden in den KI-Entwickler Anthropic investieren zu wollen. Dies könnte auch Schweizer Technologiewerte wie VAT, Comet und AMS Osram stützen, die bereits vorbörslich leichte Gewinne verzeichneten.

Wall Street: Freundlicher Start erwartet

Die US-Aktienmärkte werden am Freitag freundlich erwartet. Sowohl der Dow Jones Industrial als auch der Nasdaq 100 dürften mit leichten Aufschlägen in den Handel starten. Gestützt wird die Stimmung durch die anhaltende KI-Begeisterung und die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Nahen Osten. Allerdings bleibt die Vorsicht groß, da der Ablauf der Waffenruhe am Mittwoch eine kritische Schwelle darstellt. Sollte es zu keiner Einigung kommen, drohen erneute Verwerfungen an den Märkten.

Der Schweizer Markt profitiert derweil von einer leichten Erholung der konjunktursensitiven Titel, die in den vergangenen Tagen überdurchschnittlich abgestraft wurden. Sika, Geberit und Holcim zeigen sich vorbörslich fester. Defensive Werte wie Nestlé und Swisscom bleiben dagegen leicht unter Druck. Die Bank Julius Bär taxiert den SMI auf 13.310 Punkte, während der Broker IG ein Plus von 0,55 Prozent erwartet.

Ausblick: Warten auf klare Signale

Die Anleger bleiben vorerst in einer abwartenden Haltung. Klare Impulse könnten erst nach dem Wochenende kommen, wenn sich die geopolitischen Fronten weiter klären. Der Iran hat bislang noch keine Entscheidung über eine weitere Verhandlungsrunde getroffen. Der Ton zwischen Washington und Teheran hat sich zuletzt verschärft, was das Risiko abrupter Marktbewegungen erhöht. Dennoch zeigen sich die Märkte erstaunlich widerstandsfähig – ein Zeichen dafür, dass die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung weiterhin intakt ist.

Für den weiteren Wochenverlauf bleibt die Berichtssaison der wichtigste Treiber. In Europa stehen zudem Konjunkturdaten auf dem Programm, die Hinweise auf die konjunkturelle Dynamik geben könnten. Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sowie die US-Einzelhandelsumsätze werden mit Spannung erwartet. In der Schweiz dürfte die Aufmerksamkeit zudem auf der Geldmengenentwicklung und den Außenhandelszahlen liegen. Der SMI hat in den vergangenen Tagen eine bemerkenswerte Stabilität gezeigt, trotz der schwelenden geopolitischen Risiken. Sollte sich die Lage im Nahen Osten nicht weiter zuspitzen, sind weitere Kursgewinne möglich. Ein nachhaltiger Ausbruch über die Marke von 13.400 Punkte würde jedoch eine deutliche Entspannung der politischen Lage voraussetzen.


Source: Finanz und Wirtschaft News


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